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Sigma 35mm/1,4 Art

Sigma 35mm / 1,4 Art vs. Nikkor 24-70mm / 2.8

(Schon klar: Festbrennweite gegen Zoom ist Gaga – Aber ich mach’s trotzdem)

Ich spiele schon seit längerem mit dem Gedanken, mir eine lichtstarke Festbrennweite so um die 35mm zu kaufen. Wirklich benötigen tue ich sie nicht, aber das Spiel mit der Schärfentiefe ist schon schön und lichtstark sowieso.

Seit nun das neue Sigma 35mm / 1,4 der „ART“-Serie auf dem Markt ist, gehe ich schwanger mit dem Gedanken mir das Objektiv zu kaufen. Nachdem ich einige Zeit im Internet recherchiert  und nur Lobeshymnen gehört und gelesen habe, habe ich mich entschlossen, wie schon beim Walimex, einfach bestellen und ausprobieren. Zumal wir demnächst einen Trip nach Marokko machen werden, dorthin würde ich es gerne mitnehmen.

Und was mich am meisten interessiert ist, wie groß ist denn der Unterschied zu meinem Nikkor 24-70mm / 2,8. Laut Tests bei DxOLabs muss die Schärfe beim Sigma ja wirklich überragend sein…

Da ich gelesen habe, dass einige ihr Nikon 24-70mm / 2.8 verkauft haben und statt dessen das Sigma 35mm / 1.4 behalten haben, wäre das evtl. eine Alternative für ein „Immerdauf“, um noch etwas Gewicht zu sparen…

Also: Freitag bestellt, Montag an der Haustüre, Klasse…

Ausgepackt, erster Eindruck gut, macht einen wertigen Eindruck, der Fokusring geht sehr angenehm, nicht zu leicht, nicht zu schwer.

An der D800 ist es eine schöne, handliche und ausgewogene Kombination, macht Spaß.

Die ersten paar Testschüsse enttäuschen, da ein ausgeprägter Frontfocus vorhanden ist. Der  allerdings lässt sich mittels AF-Feinjustierung beheben. Nicht schön, aber für einen ausgiebigen Test reicht’s.

Sollte ich mich für das Objektiv entscheiden, werde ich mir noch dieses USB-Dingsbums

(Sigma USB-Dock für Nikon Objektivbajonett) kaufen, womit ich einen Fehlfocus justieren und Firmwareupdates aufspielen kann.

Was auffällt ist, dass der AF nicht so schnell ist wie der des 24-70. Erst mal kein Problem.

Das Wetter ist draußen nicht gerade prickelnd, daher gehe ich nur kurz in den Garten, um ein paar Aufnahmen zu machen, um mal mit der Schärfentiefe zu spielen.

Danach kommt die Kamera auf’s Stativ, um ein paar richtige Vergleiche mit den 24-70 zu machen.

S1_28 Sigma 35mm/1,4 1/1000s f=2,8 Iso 400

N1_28

Nikon 24-70mm/2,8 1/1000s f=2,8 Iso 400

S1_28_C

Sigma 35mm/1,4 1/1000s f=2,8 Iso 400 N1_28_C

 Nikon 24-70mm/2,8 1/1000s f=2,8 Iso 400 100%

_D819361

Nikon 24-70mm/2,8 1/500s f=2,8 ISO 400

_D819362

 Sigma 35mm/1,4 1/500s f=2,8 Iso 400

Bokeh-1

Nikon 24-70mm/2,8 1/500s f=2,8 ISO 400, 100%

Bokeh-2

 Sigma 35mm/1,4 1/500s f=2,8 Iso 400 , 100%

Das Sigma ist wirklich in einigen Bereichen schärfer als das Nikon, vor allem Offenblende. Da ist das Sigma wirklich genial. Ab Blende 8 relativiert sich alles und man muss wirklich in den Krümeln suchen.

Da ich nun wirklich einigermaßen unentschlossen bin, machen wir nun mal das, was man heute in der Industrie so macht, wenn man nicht mehr weiter weiß: Ich mach einmal ein kleines DFSS (Design for Six Sigma, das ist das, was man früher bei der klassischen Ing.-Ausbildung gelernt hat. Heute hört sich das aber besser an, wenn man dem einen neudeutschen Namen gibt…)

Im Prinzip bewerte ich Vor- und Nachteile. Wenn ein Punkt ein Vorteil gegenüber dem anderen Objektiv hat, gibt’s ein +, bei einem Nachteil gibt’s ein -. Wenn was gleich ist, ein „S“ für „same“.

Wenn mir etwas für meinen Geschmack besonders wichtig ist, dann halt zwei plus, bzw. zwei minus.

Das ganze sieht dann so aus:

Sigma_DFSS

Das Nikon hat also zwei Punkte Vorsprung.

Die Sache mit dem Staubschutz ist natürlich subjektiv, der eine braucht’s, der andere nicht.

Genau so lässt es sich streiten ob man die Zoomerei mit bewertet. Wenn ich mir eine Festbrennweite zulege, kann ich nicht zoomen, eh‘ klar, aber ich will hier zwei Objektive vergleichen.

Da ich mit dem Gedanken gespielt habe, das 24-70 zu verkaufen, sollte denn das Sigma wirklich so gut sein wie behauptet, habe ich mir  mal aus dem Lightroom eine Statistik gezogen, wie oft ich denn welche Brennweite beim 24-70 gebraucht habe.

Sigma14Stat

Ich war wirklich ein wenig überrascht, wie oft ich doch die Grenzbereiche, also die 24 und die 70 benutzt habe. Ein Peak bei 32/38 mm, was für ein 35mm Objektiv spricht, und ein kleiner Peak bei 48 mm.

Das zeigt mir doch, wie sehr ich die Zoomerei nutze…

Fazit:

Das Objektiv macht einen sehr guten Eindruck. Es ist wirklich rattenscharf bis in die Ecken und hat ein für meinen Geschmack schönes Bokeh, 1,4 Blende ist toll.

Wenn man das Objektiv auf ein Stativ stellt, mit Live-View fokussiert und alles nach Lehrbuch macht, ist es in einigen Bereichen schärfer als das Nikon. Aus der Hand als „Immerdrauf“ merkt man keinen Unterschied… (Ich zumindest)

Ich mir den Unterschied zu meinem Nikkor 24-70/2.8 größer vorgestellt.

An den Rändern ist das Sigma bei 2,8 dem Nikkor überlegen, aber auch nur im Nahbereich, und die Spielerei mit Blende 1.4 ist natürlich auch etwas prickelnder, aber eben nur etwas.

Wenn mir bekannt ist, dass das Nikkor an den Rändern etwas weich ist, kann ich durch das Zoomen gegensteuern…

Lassen wir mal die Kirche im Dorf. Das ist alles marginal und rechtfertigt für meinen Geschmack keine 750€ zusätzlich.

Hätte ich das Nikkor nicht, hätte ich jetzt Bauchweh‘… Aber das natürlich auch stark von den eigenen Vorlieben ab.

Glücklicherweise habe ich das Nikkor und damit auch folgende Vorteile zum Sigma:

– Spritzwasser / Staubschutz

– Zoombereich

– Schnellerer AF

Und um beide Objektive gleichzeitig zu halten, habe ich keine Lust, alleine schon wegen der Schlepperei.